
(Mareike Engelbrecht)
Tobias Buck-Gramcko gehörte Ende Januar 2025 zum deutschen Nationalteam, das in den schweren Trainingsunfall auf Mallorca verwickelt war. Den 25-Jährigen traf es besonders hart, zudem erlitt er im Anschluss weitere Rückschl.ge. Fast anderthalb Jahre arbeitete er an seinem Comeback – nun ist es soweit: Er ist mit der deutschen Nationalmannschaft zu den Bahn-Weltcups in Hongkong und Nilai gereist.
„Der Unfall auf Mallorca war sicher eine Erfahrung, die man nicht machen möchte“, erzählt Buck-Gramcko, der bis dahin fester Bestandteil des deutschen Bahn-Vierer war. Ein 89- jähriger Autofahrer war von hinten in die Trainingsgruppe gefahren, sechs Fahrer wurden teils schwer verletzt. Buck-Gramcko hatte sich mehrere Wirbel gebrochen und musste mehrmals operiert werden. „Wenn man mit gebrochener Wirbelsäule im Krankenhausbett liegt und die Decke anstarrt, ist es erst einmal gar nicht relevant, wann man wieder Radrennen fahren kann, sondern ob man überhaupt wieder laufen kann“.
Auch nach den Operationen sei es für ihn anfangs kaum vorstellbar gewesen, wieder aufs Rad zu steigen. Als sich erste Fortschritte einstellten, durfte er weitere drei Monate nicht trainieren. Neben der Reha nutzte Buck-Gramcko diese Zeit, um darüber nachzudenken, wie es für ihn weitergehen soll – ob er überhaupt noch weiter Radprofi sein will. „Grundsätzlich denke ich schon seit Jahren darüber nach, wann ich aufhören will, aber vor allem die Prioritäten haben sich jetzt geändert. Gesundheit und Spaß sind mir jetzt viel wichtiger und das steht leider manchmal auch im Konflikt mit dem Leistungssport Radsport, aber ich habe gelernt, dass das der langfristig bessere Weg ist.“
Der 25-Jährige hat sich letztendlich für den Radsport entschieden – und die Entscheidung war eine bewusste: „Ich wollte selbst bestimmen, wann und wie ich aufhöre und nicht als letzte Erinnerung an meinen Leistungssport dieses Jahr 2025 haben. Ich finde, ich habe einen mega Job, denn ich werde fürs Radfahren bezahlt und das ist in vielen Momenten ein wahnsinniges Privileg. Zum Beispiel fahren andere im Urlaub ins Trainingslager, für mich ist das meine Arbeit! Ich habe Spaß dabei und es tut mir gut.“