„Wir wollen German Cycling gemeinsam weiterentwickeln.“

Seit seiner Wahl zum Präsidenten von German Cycling hat sich im Verband vieles bewegt. Im Interview spricht Bernd Dankowski über Entwicklungen im Verband, den Austausch mit der Basis und die Zukunft von German Cycling.
Vor gut einem Jahr wurdest du zum Präsidenten von German Cycling gewählt. Wie hast du die vergangenen Monate erlebt?
Nach der langjährigen Präsidentschaft von Rudolf Scharping, den Veränderungen im Präsidium und den angestoßenen Entwicklungen innerhalb des Verbandes war der Austausch in den vergangenen Monaten besonders intensiv. Das Interesse an German Cycling und an den zukünftigen Themen des Verbandes war groß. Die Zeit war abwechslungsreich, spannend und voller neuer Impulse – und die Arbeit macht große Freude.
Du hast im ersten Jahr viele Gespräche innerhalb des Verbandes geführt. Was nimmst du aus dem Austausch mit Landesverbänden, Vereinen und Mitgliedern besonders mit?
Ich nehme vor allem mit, dass die Bereitschaft groß ist, den eingeschlagenen Weg gemeinsam mitzugehen. Natürlich sind die Interessen und Erwartungen innerhalb eines vielfältigen Verbandes unterschiedlich. Gleichzeitig spürt man an vielen Stellen den Wunsch, German Cycling weiterzuentwickeln und zukunftsfähig aufzustellen. Veränderungen brauchen Zeit und Dialog – aber genau diesen Austausch erlebe ich insgesamt sehr positiv.
Welche Themen bewegen die Basis derzeit besonders?
Ein zentrales Thema bleibt die Durchführung von Radrennen. Gerade Rennen im öffentlichen Raum sind organisatorisch und finanziell anspruchsvoller geworden. Sicherheitsanforderungen und Genehmigungsprozesse nehmen zu. Das stellt viele Vereine vor große Herausforderungen.
Gleichzeitig beschäftigt viele Vereine die Nachwuchsgewinnung. Kinder und Jugendliche langfristig für den Radsport zu begeistern, ist eine wichtige Aufgabe für die Zukunft unseres Sports. Dafür braucht es attraktive Angebote, sichtbare Veranstaltungen und engagierte Vereinsarbeit vor Ort.
German Cycling befindet sich in einer Phase der Weiterentwicklung. Welche Entwicklungen stimmen dich optimistisch?
Der angestoßene Entwicklungsprozess hat viele neue Impulse ausgelöst. Themen und Strukturen werden hinterfragt und gleichzeitig entstehen viele neue Ideen für die Zukunft des Verbandes. Einige Projekte konnten bereits umgesetzt werden, andere befinden sich noch in der Entwicklung. Besonders positiv ist die große Offenheit, gemeinsam neue Wege zu gehen. Auch die Gespräche mit potenziellen Partnern verlaufen konstruktiv und international wird German Cycling zunehmend wahrgenommen.
Welche Rolle spielt das Ehrenamt für die Zukunft des Verbandes?
Das Ehrenamt ist das Fundament unseres Sports. Ohne die vielen engagierten Menschen in Vereinen, Landesverbänden und im Verband selbst wäre der organisierte Radsport nicht denkbar. Dieses Engagement verdient große Anerkennung und Unterstützung – heute und auch in Zukunft.
Wie wichtig ist dir das Zusammenspiel von Leistungs-, Nachwuchs- und Breitensport?
German Cycling lebt von seiner Vielfalt. Leistungs-, Nachwuchs- und Breitensport gehören eng zusammen und stärken sich gegenseitig. Eine gute Nachwuchsarbeit schafft die Grundlage für sportliche Erfolge. Gleichzeitig sorgen erfolgreiche Athletinnen und Athleten für Sichtbarkeit und Begeisterung, die wiederum dem Breitensport und den Vereinen zugutekommt.
Wo siehst du die größten Chancen, German Cycling in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln?
German Cycling ist bereits ein erfolgreicher Spitzensportverband. Darauf können wir aufbauen. Gleichzeitig sehe ich großes Potenzial, den Verband in der Breite weiterzuentwickeln und neue Zielgruppen für den Radsport zu begeistern. Auch neue Veranstaltungs- und Wettkampfformate können dabei wichtige Impulse setzen.
Welche Themen und Projekte möchtest du in den nächsten Monaten besonders vorantreiben?
Ein Schwerpunkt bleibt die Nachwuchsarbeit sowie die Unterstützung und Weiterentwicklung von Radrennen in Deutschland. Gleichzeitig wollen wir die Sichtbarkeit von German Cycling weiter erhöhen und den Verband zukunftsfähig aufstellen. Leuchtturmprojekte spielen dabei eine wichtige Rolle. Ein Beispiel ist das Projekt Grand Départ Allemagne. Wir setzen uns dafür ein, den Grand Départ der Tour de France 2029 nach Deutschland zu holen.
Welche Werte sollen die zukünftige Verbandskultur von German Cycling prägen?
Im November 2024 haben wir gemeinsame Werte und Attribute definiert, die unsere Arbeit leiten sollen: leistungsbereit, erfolgreich, gemeinschaftlich und mutig. Diese Werte sollen auch künftig Orientierung geben und die Verbandskultur von German Cycling prägen.
Was möchtest du den Mitgliedern, Vereinen und Landesverbänden mit auf den Weg geben?
Wir haben einen wichtigen Entwicklungsprozess angestoßen, den wir gemeinsam gestalten wollen. Wenn wir weiterhin offen, gemeinschaftlich und mutig zusammenarbeiten, können wir German Cycling erfolgreich weiterentwickeln.
Wenn du dein erstes Jahr als Präsident in drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das?
Leistungsbereit. Gemeinschaftlich. Mutig.